Im Februar noch optimistisch…..

Ananya ist Leiterin der beiden Schulen von Calcutta Rescue – Talapark und Nr. 10. Ihre Berichte geben immer wieder Anlass zum Optimismus, insbesondere hinsichtlich der Entwicklung unserer etwa 600 Schüler:innen. Ihre Beteiligung am überwiegend digitalen bzw. am pandemiebedingt sehr begrenzten Präsenzunterricht ist zufrieden stellend, vergleichbar zu Vor-Corona-Zeiten.

Mittlerweile nehmen unsere Lehrer:innen regelmässig an Weiterbildungen teil, unter Mitwirkung von Ananya und unserem CEO Jaydeep. Dabei geht es vor allem um Verbesserung der digitalen Unterrichtsmethodik und -didaktik. Denn guter Distanzunterricht ist das Gebot in diesen Zeiten! Dazu kommen Selbst- und Teamevaluation: Was machen wir richtig, wo gibt es Entwicklungsbedarf?

„Gender Awareness and Violence Prevention“ bleiben zentrale Unterrichtsinhalte und wichtiges Erziehungsziel für alle Mädchen und Jungen unserer Schulen. Unlängst haben etwa 40 Eltern an einem Seminar zur Gewaltprävention teilgenommen. Die „Swayam Fondation“ unterstützt hier weiterhin.

Zwei Schulkinder packen zusammen. Foto: J Roos

Und doch mussten in April die Schulen wieder schliessen!

Nach wie vor verteilt Calcutta Rescue regelmässig Lebensmittel (meist als dry rations), Medikamente und Hygieneartikel in den Slumgebieten unserer Schüler:innen.

Inzwischen ist der Bildungsbereich auch im Governing Council, also im Aufsichtsrat von Calcutta Rescue vertreten: Mrs. Seema Sapru, Direktorin der Heritage School und allseits bekannte und respektierte Pädagogin in Kolkata, unterstützt u.a. Weiterbildungen und wird von unseren Lehrer:innen sehr geschätzt.

Die Covid-19 Pandemie hat wachsende Auswirkungen besonders auch in Indien: Die meisten öffentlichen und auch privaten Schulen bleiben bis auf weiteres geschlossen, mit Ausnahme der Abschlussklassen 10 und 12. Das betrifft auch viele unserer Schüler:innen bei deren Prüfungsvorbereitungen wir sie täglich unterstützen – im Sinne von Ergänzungsunterricht und Nachhilfe.

Vor wenigen Tagen hat die lokale Regierung auch diesen begrenzten Unterricht auch in unseren Schulen bis auf weiteres geschlossen – die Covid-19 Infektionszahlen steigen viel zu schnell. Leider betrifft dies auch unser höchst erfolgreiches Projekt „Education On Wheels“. Während der vergangenen Monate fuhr unser School Bus nach einem festen Zeitplan in die von uns betreuten Slumgebiete, zB nach Kolkata Station oder Dakshineswar. Der Bus ist als „Klassenzimmer“ eingerichtet, unsere Pädagog:innen unterrichten darin die beiden untersten Jahrgänge, also alle 5-7-jährigen.

Mittlerweile konnte ein zweiter School Bus angeschafft und angemessen ausgestattet werden. Mit seiner Hilfe wurde „Education On Wheels“ auf die unteren vier Jahrgänge ausgeweitet bislang leider nur für kurze Zeit.

Ein Schüler läuft zackig durch die Schule als noch normaler Betrieb herrschte. Bild: J Roos

Und wie geht es weiter?

Jetzt können Unterricht und soziale Betreuung nur noch digital stattfinden, wie schon letztes Jahr. Glücklicherweise haben ALLE unserer Schüler:innen Zugang zu digitalen Medien, auch dank unseres Smartphone-Beschaffungsprojektes im vergangenen Sommer.

Es ist wirklich ermutigend zu beobachten, wie vergleichsweise gut sich unsere Schüler:innen, aber auch unsere Pädagog:innen an die zurzeit unerlässliche digitale Kommunikation gewöhnt haben. Ein Beispiel mag der „Annual School Day“ vor etlichen Wochen sein: Zum ersten Mal musste er digital stattfinden. Zahlreiche Tanz-, Theater-, Musik- und Malereibeiträge wurden über YouTube live übertragen. Die Begeisterung und das Können unserer Schüler:innen waren für uns digitale Besucher richtig ansteckend! Subho, Leiter der Talapark-School, fungierte fast schon professionell und sehr humorvoll als Gastgeber. 

Alles in allem lässt sich heute zusammenfassen: Unsere bzw. Bildungsprojekte arbeiten unter sehr schwierigen Bedingungen erfolgreich weiter, so gut es eben geht. Optimismus und Arbeitsenergie der allermeisten Beteiligten sind unübersehbar.

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