Nach Jahren der Wasserknappheit entsteht eine zentrale Trinkwasseranlage, die die Lebensbedingungen von 600 Menschen nachhaltig verbessern wird.
Für die 600 Bewohner des Slums „No. 12 Tank“ in Kolkata ist der Zugang zu sicherem Trinkwasser seit langem eine tägliche Herausforderung.
Die Familien tragen regelmässig grosse Wasserbehälter von weit entfernten öffentlichen Wasserhähnen herbei – eine körperlich anstrengende Aufgabe, die größtenteils den Frauen und älteren Bewohnern zufällt. Obwohl die Gemeinde „ “ über einen Brunnen verfügt, ist dessen Wasser stark verunreinigt und nicht trinkbar. Infolgedessen sind die Bewohner oft gezwungen, sich zwischen dem Kauf von Wasserflaschen, die sie sich nicht leisten können, und langen Wegen zum Wasserholen zu entscheiden.
Die meisten Haushalte sind auf unregelmässige Tagelohnarbeit angewiesen, sodass nach den Ausgaben für Lebensmittel kaum noch Geld für andere lebensnotwendige Ausgaben übrig bleibt.
„Wir wachen morgens auf und die erste Sorge gilt dem Wasser. Woher bekommen wir es heute? Wer wird es tragen? Das ist keine Kleinigkeit, wenn man müde ist und trotzdem arbeiten muss“, sagte Meera (Name geändert), die seit mehr als zehn Jahren hier lebt.
Die Situation verschärft sich besonders in den Sommermonaten und in Zeiten der Wasserknappheit, was sowohl die Notlage als auch die Gesundheitsrisiken innerhalb der Gemeinde erhöht.
Um diesem Bedarf gerecht zu werden, begann DSS Kolkata (Divine Script Society) im April 2026 mit dem Bau eines speziellen Trinkwassertanks. „Das Projekt hatte mit einigen Herausforderungen zu kämpfen“, sagte Tanmoy, Leiter für Lebensstandard. „Extreme Hitze, frühe Regenfälle und Unruhen nach den Wahlen beeinträchtigten den Fortschritt, aber der Tank wird nun voraussichtlich bis Mitte Juni fertiggestellt sein.“
Sobald die Anlage in Betrieb ist, wird sie eine zuverlässige Quelle für sauberes Trinkwasser für die gesamte Gemeinde darstellen und die Belastung für Hunderte von Familien erheblich verringern.
„Wir arbeiten schon seit einiger Zeit in diesem Slum und wussten, dass der Zugang zu sauberem Wasser das dringendste Bedürfnis war“, sagte Asif, Leiter der Gemeindeentwicklung. „Bei diesem Projekt geht es darum, sicherzustellen, dass grundlegende Versorgungsleistungen für alle zugänglich sind.“
Das Projekt hat bei den Bewohnern bereits für Optimismus gesorgt.
„Ich trage schon seit so vielen Jahren Wasserfässer. Als ich hörte, dass ein Wassertank gebaut werden sollte, konnte ich es zunächst gar nicht glauben. Ich habe immer wieder gefragt: ‚Stimmt das wirklich? Wird das Wasser tatsächlich hierherkommen?‘“, sagte Sunit (Name geändert), eine Tagelöhnerin und Mutter von drei Kindern.
Für die Bewohner von No. 12 Tank ist der neue Wassertank mehr als nur Infrastruktur – er bietet eine praktische und nachhaltige Lösung für ein Problem, mit dem sie seit Jahren zu kämpfen haben.
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