Seit August 2011 befindet sich die Apotheke in grösseren Räumlichkeiten ganz in der Nähe der Talapark-Klinik. Neben vier indischen Mitarbeitern arbeiten regelmässig ein oder zwei Apotheker aus Deutschland als Freiwillige mit in der Apotheke.

Die Apotheke von Calcutta Rescue versorgt sowohl die Kliniken als auch die Busse des Strassenmedizin-Programms mit Arzneimitteln und medizinischem Material. Das Apothekenteam arbeitet eng mit den Personen zusammen, die in den Kliniken und den Gesundheitsbussen für Medikamente und Material zuständig sind.  

Das Apothekenpersonal beschafft zusammen mit dem freiwilligen Apotheker resp. der Apothekerin Medikamente von hoher Qualität zu bestmöglichen Preisen. Dazu gehören auch spezielle teure Arzneimittel. Denn oft werden Patientinnen und Patienten an Calcutta Rescue überwiesen, welche zur Behandlung einer lebensbedrohlichen Krankheit längerfristig teure Medikamente benötigen, weil die staatlichen Spitäler sich diese nicht leisten können oder davon nicht genügend an Lager haben.

Mitarbeiter in der Apotheke vor de Regalen voller Medikamente.
Foto: CRK

Im Jahr 2019 gab es in der Apotheke von Calcutta Rescue viele Aktivitäten rund um die Computerisierung und zur Verbesserung der Prozesse. Die freiwilligen Apotheker resp. Apothekerinnen erstellten Richtlinien zum Einsatz von Antibiotika und zur Behandlung von Asthma, Bluthochdruck und Diabetes. Sie überprüften auch den Medikamentenverbrauch und im Speziellen den Einsatz von Antibiotika in den Kliniken. Die Einführung der Diabetes-Richtlinien führte bereits zu einer Halbierung der Ausgaben für Antidiabetika. Die neuen Antibiotika-Richtlinien haben einen positiven Einfluss auf die Verschreibungspraxis der Ärzteschaft und tragen zur Vermeidung von Antibiotikaresistenzen bei, einer grossen Bedrohung für die öffentliche Gesundheit, nicht nur in Indien.

Im Anschluss an eine Analyse des Ausschreibungsverfahrens konnte der Beschaffungsprozess verbessert werden und einige Medikamente werden nun direkt vom Hersteller oder seinem Hauptverteiler bezogen. Das ist wesentlich kostengünstiger und vermeidet Probleme, welche in längeren Lieferketten mit dem Einkauf bei Zwischenhändlern auftreten können. Der letzte Auditbericht zeigt, dass die Apotheke auch die Effizienz bei der  Arzneimittellieferung an die Kliniken gesteigert hat. Im vergangenen Jahr lag der Anteil an kompletten Lieferungen (alle Medikamente verfügbar, keine Engpässe) bei 47%, dieses Jahr beträgt er über 67%.

Auf der Prioritätenliste von Santanu Roy Chowdhury, dem Apotheker von Calcutta Rescue, steht dieses Jahr die Verbesserung der Zusammenarbeit zwischen dem Apothekenteam und dem Personal in den Kliniken, welches die Medikamente für die Patientinnen und Patienten anhand der Verordnungen bereitstellt. Ziel ist es, den Medikamentenbestand in den Kliniken so gering wie möglich zu halten, um Übergebrauch zu vermeiden und Platz zu sparen. Ein Computersystem, das die Apotheke und die Kliniken miteinander verbindet, wird derzeit geprüft und könnte, je nach Kosten, eventuell 2020 eingeführt werden.

500 verschiedene Medikamente werden von der Apotheke von Calcutta Rescue beschafft, gelagert und an die Kliniken geliefert.

Im September dieses Jahres erhielt die Apotheke von der Regierung von Westbengalen eine Betriebsbewilligung. Damit ist sie ermächtigt, Arzneimittel zu lagern und an Patientinnen und Patienten abzugeben. Management und Mitarbeitende der Apotheke arbeiteten während Monaten für diese Bewilligung und deren Erteilung bedeutet eine grosse Erleichterung.

Dank vermehrter Anstrengungen des Apothekenteams hat Calcutta Rescue dieses Jahr von indischen Unternehmen mehr Medikamentenspenden erhalten als je zuvor.

Berichte über die Apotheke

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