Von der Abriegelung in Indien zur Eindämmung der Coronavirus-Pandemie ist auch die medizinische Versorgung von Calcutta Rescue betroffen. Nachdem Mitte April Indiens Premierminister Narendra Modi den Lockdown bis Anfang Mai verlängert hat, arbeitet das medizinische Team unter der Leitung von Frau Dr. Ghosh daran, weitere 500-600 Patientinnen und Patienten zu Hause mit lebenswichtigen Medikamenten zu versorgen. Menschen mit chronischen Erkrankungen wie Bluthochdruck oder Diabetes haben ein erhöhtes Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall, wenn sie ihre Medikamente nicht regelmässig einnehmen.

Medikamente werden für die 600 chronische Patienten vorbereitet. Foto: CRK

Es wird aber auch vorausschauend an die Zeit nach dem Lockdown gedacht, wenn die Kranken wieder die Kliniken von Calcutta Rescue besuchen. Da die Gefahr, sich mit dem Coronavirus anzustecken, auch in den nächsten Monaten weiterhin gegeben ist, werden Richtlinien zur Infektionsprävention erarbeitet, um das Risiko einer Ansteckung in den Kliniken zu minimieren. Neben ausreichendem Sicherheitsabstand und Isolationszonen hat vor allem die Sicherheit der Mitarbeitenden von Calcutta Rescue höchste Priorität. Viele von ihnen gehören aufgrund ihres Alters und diverser Vorerkrankungen zur Risikogruppe, scheuen aber trotzdem nicht davor zurück, ihrer Arbeit für die Armen in den Slums nachzugehen.

Die Medikationen werden für jeden Patienten sorgfältig vorbereitet. Foto: CRK

Um der Verantwortung als Arbeitgeber gerecht zu werden, hat Calcutta Rescue Masken, Handschuhe und Schutzmäntel bestellt. Bevor diese jedoch an Mitarbeitende und Patientinnen und Patienten ausgegeben werden, wird sichergestellt, dass jede und jeder mit der korrekten und sicheren Handhabung vertraut ist.

CEO Jaydeep erklärt die Aufteilung der Städteviertel. Foto: CRK

Schutzmaterialien, insbesondere Masken, sind auf dem Weltmarkt Mangelware und Calcutta Rescue ist sich durchaus bewusst, dass vor allem das Personal des Gesundheitssystems, das an vorderster Front in Spitälern Coronavirus-Infizierte betreut, diese dringend nötig hat. Eine verschwenderische Nutzung ist sowohl finanziell als auch der Umwelt zuliebe nicht tragbar, daher wurde nur eine minimale Menge an Materialien bestellt, die dann sorgfältig verwendet und korrekt entsorgt werden. Zudem werden aktuell auch verschiedene Möglichkeiten einer medizinischen Versorgung ohne direkten Patientenkontakt evaluiert, zum Beispiel mit ärztlichen Telefonkonsultationen oder räumlicher Trennung von Ärztin und Patient durch Plexiglasplatten.  Diese und andere Wege wird das Team von Calcutta Rescue die nächsten Wochen ausprobieren, um optimal vorbereitet die Türen der Kliniken nach Ende des Lockdowns wieder zu öffnen.

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