Weltweit nehmen die Omicron-Fälle zu, auch in Indien verbreitet sich die Virusvariante, sodass ich Euch über den aktuellen Stand in Kolkata und über die geplanten Massnahmen, die CR getroffen hat, informieren möchte. 

Die ersten Fälle traten hier vor einigen Wochen auf, die westbengalische Regierung reagierte schnell und errichtete in den betroffenen Bezirken Eindämmungszonen. Trotz aller Vorkehrungen verbreitet sich das Virus rasant. Westbengalen ist eines der stärksten betroffenen Bundesstaaten – am Neujahrstag wurden 3 451 Neuinfektionen pro Tag verzeichnet, diese Woche hat sich die Zahl der Neuinfektionen pro Tag auf 24 487 erhöht. Und wir alle wissen, dass das erst der Anfang ist.

Auch wenn Omicron mildere klinische Verläufe zeigt, ist es ansteckender als die vorherigen Varianten, sodass die Sorge über einen Kollaps des Gesundheitssystems gross ist. Die Regierung hat alle Schulen geschlossen und Booster-Impfungen sowie Impfungen für 15-18-Jährige zugelassen.

In der letzten Woche haben wir uns Gedanken darüber gemacht, wie wir unsere Arbeit während der Omicron Welle fortführen können.

Mit wertvollen Inputs und Empfehlungen von 2 Ärzten aus dem Vereinigten Königreich, wurde letzte Woche ein Online Ärzte-Meeting abgehalten. Es besteht starkes Vertrauen, dass CR aktuell gute und wirksame Anti-Covid-Schutzkonzepte, sowie ausreichend Medikamente und Ausrüstung zur Verfügung hat.

Das Notfall-Reaktionsteam (Quick Response Team) – ein Konzept, dass während der zweiten Welle initiiert wurde, um Spitalbetten und lebensnotwendige Ausrüstung für schwer Erkrankte zu finden – wurde wieder aktiviert und steht bereit. Die Mehrzahl unserer Patienten werden nur noch selten bzw. in Notfällen gesehen, um das Ansteckungsrisiko in unseren Kliniken zu reduzieren. 80% der Medikamente werden wieder zu den Patienten nach Hause geliefert. Unsere Community Health workers besuchen täglich die Slums um potenziell Erkrankte ausfindig zu machen und ihnen mit Rat und Tat beiseite zu stehen. 

Unsere Schüler besuchen nicht mehr unsere Schulen und erhalten stattdessen Fernunterricht, ein Konzept in dem unsere Lehrer mittlerweile sehr erfahren sind. Wann immer möglich arbeiten unsere Mitarbeiter aus dem Homeoffice.

Die Ausbildung von Arbeitslosen im Rahmen des „Restoring Livelihood“- Projekts unserer Handwerksabteilung ist vorerst pausiert.

Die Lebensmittelversorgung in unseren Schulen und Kliniken wird weiterhin durchgeführt. Wie das Citibank-Ernährungsprogramm für die Slumbewohner unter den aktuellen Umständen realisiert werden kann, ist noch unklar. Die initial angedachte Verteilung in den Slums würde zu einer Menschenansammlung führen, daher werden wir entweder die Lebensmittelpakete nach Hause liefern oder Abhol-Stationnen in unseren Schulen und Lagerräumen einrichten. Es werden in den Monaten Januar und Februar 2022 an 75’000 Familien , es entspricht ca. 250’000 Menschen, je 50kg-Lebensmittel-Pakete verteilt!

Wir hatten uns bereits darauf gefreut wieder neue Volunteers in den nächsten Wochen begrüssen zu dürfen, aufgrund der aktuellen Lage ist das aktuell jedoch nicht möglich. Wir hoffen ab dem 1. April wieder Freiwillige aufnehmen zu können.

Es ist mir bewusst, dass wir uns alle wünschen, das Jahr hätte anders begonnen. Aber auf der anderen Seite haben wir mittlerweile sehr viel Erfahrung unter solch herausfordernden Umständen zu operieren. Unser Team hatte nach der zweiten Welle im Sommer ausreichend Zeit sich zu erholen und sich wieder zu fokussieren. Die Einsatzbereitschaft und Moral sind hoch und mit Eurer Unterstützung, sind wir entschlossen alles Mögliche zu tun, um den Menschen in den Slums zu helfen die kommenden Monate zu überstehen.

Weitere Berichte zu Covid-19

Back to Top