Foto: Isabelle Hug

Ich bin zurück in Kolkata, zurück in Dakshineshwar. Vor zwei Jahren fehlte es dort an allem: die Bewohner hatten kein sauberes Trinkwasser-, keine Stabile Stromversorgung, es gab keine Toiletten, der Slum war illegal. Eine Bewohnerin fragte mich damals verzweifelt: «Wann kommt das Wasser zu uns, Didi?» Das war 2017.

Heute, nur zwei Jahre später stehen für 120 Familien 12 Toiletten zur Verfügung, die Mehrheit hat Zugang zu Elektrizität, vier Wasserpumpen wurden installiert, frisches Trinkwasser ist vier Stunden pro Tag gesichert. Eine kleine Schule wurde gebaut, eine zweite ist projektiert.  Und der Slum Dakshineshwar wurden von den lokalen Behörden offiziell erfasst, dessen Bewohner müssen nicht mehr täglich bangen ihr Hab und Gut zu verlieren. Statistisch gesehen gibt es Fortschritte.

Die Fassade der Nimtala-Klinik.
Foto: Isabelle Hug

Aber dann sind da die Einzelschicksale: Ich treffe Atanu (47). Ein Hundebiss vor 9 Monaten setzte eine Eskalationsspirale in Gang: böse Infektion, drohende Amputation im Spital, Verlust des Arbeitsplatzes. Täglich wechseln unsere Mitarbeiter hingebungsvoll Atanus Verband. Das Gewebe regeneriert, es gibt Hoffnung auf einen plastisch-chirurgischen Eingriff, auf die Rettung des Fusses und eine schrittweise Wiedereingliederung dieses jungen Mannes in ein unabhängiges Leben.

Immer noch in Kolkata aber jetzt in der Talapark-Klinik: Vor 2 Jahren hat Suchandra, unsere Psychologin, begonnen das Themen häusliche Gewalt bei unseren Patienten und unserem Team gezielt anzugehen. Heute hat Calcutta Rescue mehr als 40 schwerwiegende Fälle aufgedeckt und Frauen gerettet. Eine Überlebende hat nun eine Ausbildung als Schönheitspflegerin abgeschlossen, eine zweite macht einen Abschluss in der Schule. Am 25. November wurde in unserer Talapark-Klinik der “International Day for the Elimination of Violence Against Women” zelebriert. Gibt es Grund zum Feiern? 

Foto: Isabelle Hug

Heute zurück in Zürich, zurück im Chreis Cheib, denke ich an dich, Atanu, an Lakhsmi, an Subho, an Arobinda, an Suchandra, an Lea, an Ale, Irene, Jasmin, Ezra, Yooby und Line. 

Ja, es gibt Grund zu feiern über Zwischenresultate, aber es liegt noch ein grosses Stück Arbeit vor uns. Ihnen und euch, lieber Spender, liebe Spenderin, wünsche ich eine friedliche Adventszeit und wünsche mir ein neues Jahr voller Kraft für was noch zu tun ist und weiterhin viel Mitgefühl und Verständnis für alle Menschen in Not.

Präsidentin
Stiftung Calcutta Rescue

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