Badal, 70 Jahre alt, war einer der zahlreichen vermissten Patienten von Calcutta Rescue – Menschen mit schweren Erkrankungen, zu denen das Ärzte- und Pflegeteam während des langdauernden indischen Covid-Lockdowns den Kontakt verloren hatte.

Nazima Bibi wurde lange vermisst, aber kann nun wieder regelmässig in die Nimtala-Klinik kommen. Foto: CRK

Jetzt wird Badal, der bösartige Geschwüre an seinen Füssen hat, wieder in der Nimtala-Klinik behandelt und hat begonnen zu helfen, andere vermisste Patienten ausfindig zu machen.

Nachdem er von seiner Familie im 130 Kilometer entfernten Midnapore verstossen wurde, ist er schwer depressiv geworden. Selbstmordgedanken quälten ihn lange, aber inzwischen hat er gelernt alleine in der Stadt zu überleben. Er lebt seit 20 Jahren auf der Strasse in der Nähe der Klinik.

Anfang diesen Jahres stürzte er beim Überqueren der Strasse und verletzte sich schwer. Bald entwickelte sich ein Geschwür an der Wunde. Nachdem es sich mit Maden infiziert hatte, kam er im Januar in die Nimtala-Klinik.

Dort wurde seine Wunde regelmässig verbunden, bis im März plötzlich der landesweite Lockdown verkündet wurde und die Klinik über Nacht geschlossen werden musste. Das medizinische Team versuchte, die Patienten telefonisch zu erreichen, aber Badal hat wie so viele andere in Kolkata kein Mobiltelefon und keine ständige Adresse.

Als die Klinik einige Monate später wiedereröffnen konnte, bemühte sich das Personal intensiv darum, verlorene Patienten wie Badal zu finden.
Glücklicheerweise traf der Leiter der Klinik, Asif Ahmed, jemandem, der ihn gesehen hatte, und stellte den Kontakt wieder her.

Badals Wunde heilt inzwischen gut, braucht aber regelmässige Pflege und Fürsorge durch das Klinikteam. In der Klinik erhält Badal auch Lebensmittel. Im Gegenzug hilft er bei der Suche nach anderen Patienten, die noch immer nicht aufgespürt werden konnten.

Badal sagt: “Ich möchte der Klinik helfen, andere Patienten finden und sie hierher bringen. Ich bin allen bei Calcutta Rescue dankbar, dass sie mich in dieser so schwierigen Zeit unterstützen.”

Die Mutter einer unseren vermissten Patienten Afsana. Foto: CRK

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