Workshop für Jugendkriminalität

SchülerInnen von der 5. – 10. Klasse diskutierten miteinander.

Soweit darf es nicht kommen!

Unter jugendlicher Delinquenz versteht man das Begehen von Straftaten durch junge Menschen in einem Alter, in welchem sie noch nicht der ordentlichen Strafverfolgung unterstehen. Verschiedene Faktoren tragen zur Jugendkriminalität bei. Viele betroffene Jugendliche kommen aus zerrütteten Familien und haben Missbrauch erlebt. Auch Gruppendruck und das lokale Umfeld beeinflussen die Entwicklung eines Kindes.

Armut ist einer der Hauptgründe für jugendliche Delinquenz. Zu Straftätern werden oft diejenigen, welche die schulische Ausbildung als Last empfinden und sich wegen Tadel und Zurechtweisung der Kriminalität zuwenden.

Jugendliche Delinquenten werden in Indien gemäss dem Kinderschutzgesetz (Care and Protection of Children Act 2000, revidiert 2006) vor die Jugendgerichtskammer (Juvenile Justice Board) und nicht vor das reguläre Strafgericht gebracht. Das Ziel dieses Vorgehens ist die soziale Rehabilitation und Neuausrichtung der Jugendlichen, nicht die Bestrafung. Durch Beratung sollen sie ihre Missetaten erkennen und ihre Schuld einsehen können und sie sollen für ein künftiges Leben weg von der Kriminalität motiviert werden. Die Statistik zeigt, dass in den letzten zehn Jahren die Jugendkriminalitätsrate gestiegen ist, von 1.77 Fällen pro hunderttausend Personen im Jahr 2004 auf 2.58 im Jahr 2013. Die Gesamtkriminalitätsrate wächst schneller als die Bevölkerung.

im September letzten Jahres fand in der Talapark-Schule ein Workshop über Jugendkriminalität statt. Dieser hatte das Ziel, für das Thema zu sensibilisieren und das Bewusstsein dafür zu wecken. Geleitet wurde er von mehreren Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeitern sowie zwei Mitgliedern der Jugendgerichtskammer, 47 Schülerinnen und Schüler von den fünften bis zur zehnten Stufe nahmen daran teil. Sie diskutierten zusammen, wie Kinder und Jugendliche in Kriminalität verwickelt werden können, ohne sich dessen bewusst zu sein. Ferner wurden auch Internet und Mobiltelefon thematisiert. Diese wichtigen Kommunikationsmittel haben auch ihre Schattenseiten und können junge Menschen auf die falsche Bahn lenken und in die Kriminalität führen.