Die Mädels legen nach

Immer mehr Mädchen gehen auf die weiterführende Schule

Die Zahl der Jugendlichen zwischen 15 und 19 Jahren, welche eine weiterführende Schule besuchen, nahm in Indien in den letzten Jahren rasant zu. Sie ist heute um 64% höher als vor 10 Jahren und es sind vor allem die Mädchen, die zulegen. Westbengalen hinkt mit einer Zunahme von 53% den anderen Landesteilen aber hinterher.

Und eines von fünf Kindern im Alter von 7 Jahren ist in Indien immer noch nicht eingeschult. Calcutta Rescue ist sehr darum bemüht, Kinder aus den Slums auf den Besuch der öffentlichen Schule vorzubereiten, und unterstützt sie weiterhin, wenn sie den Schritt in die staatliche Schule geschafft haben. Auch bei Calcutta Rescue sind die Mädchen vorne mit dabei. Unter den 11 Jugendlichen, welche dieses Jahr die Abschlussprüfung nach der 10. und 12. Klasse ablegten, waren 5 Mädchen. Den besten Notendurchschnitt erreichte Antima Pandey, die mit der Unterstützung von Calcutta Rescue nun ein Handelsstudium begonnen hat. Antima besuchte ursprünglich die Schule Nr. 1 von Calcutta Rescue und schien anfangs nicht an einer höheren Ausbildung interessiert zu sein. Sie wohnt im Gebiet Bustee in einem kleinen Raum mit acht anderen Familienmitgliedern. Ihr älterer Bruder arbeitet als Strassenhändler und kommt für die ganze Familie auf; er verdient 4000 Rupien pro Monat (ca. 65 CHF). Dennoch war es Antimas Familie wichtig, dass sie eine gute Ausbildung erhält, und ermutigte sie zum Lernen. Antima arbeitete hart und wurde nun am Maharani Kasashri College der Calcutta University aufgenommen. Sie hofft, nach Abschluss des Studiums eine gute Stelle zu finden und ihre Familie unterstützen zu können.

Saira Stephanos, die Geschäftsführerin von Calcutta Rescue, die Antima an der Schule von Calcutte Rescue in Englisch unterrichtete, sagt: „Antima war eine motivierte und fleissige Schülerin. Ich bin sicher, dass sie auch das College gut meistern wird und ihre Familie und Calcutta Rescue stolz auf sie sein können. Ich wünsche ihr von Herzen alles Gute.“