Editorial – Newsletter 15 – 3/2016

Namasté, liebe Spenderinnen und Spender

 

Im Advent vor Jahren bekam ich eine Rose von Jericho. Ich legte diese in eine hübsches, rundes Gefäss, gab ihr ein bisschen Wasser, beobachtete wie sie sich entfaltete, grün wurde, gab etwas Wasser nach und freute mich. Mit jeder Stunde veränderte sich die Rose. Von einem dürren, spröden Knäuel wurde sie zu einer schönen, grünen, sterneartigen Pflanze.

Dieses biologische Phänomen wurde im 12. Und 13. Jahrhundert von geschäftstüchtigen Händlern aus dem Heiligen Land ausgenützt, um die Pflanze als Wunder anzupreisen und sie für teures Geld an leichtgläubiger Pilger und Kreuzfahrer zu verkaufen. Je nachdem ob sie schneller oder langsamer aufging und ergrünte, sollte dies auf gute oder böse Zeiten hindeuten.

Als ich heute meiner Rose von Jericho Wasser gab, erinnerte mich den Vorgang Ihrer Pflege an unsere Arbeit bei Calcutta Rescue.  Manche unserer Patienten hatten sich häufig fast aufgegeben, bevor das Team von Calcutta Rescue sie „in extremis“ fand. Sie lagen ausgehungert, einsam, schwer krank unter einer der zahlreichen Brücke am Hoogli River. Sie waren zu einem Haufen Elend der Welt geworden. In letzter Hoffnung konnte das Team von Calcutta Rescue sie retten, sie mit einfacher Pflege, Nahrungsmitteln, mit Mitgefühl wieder zu würdigen Menschen machen. Menschen, die wie die Rose von Jericho wieder erblühen, ihren eigenen Weg gehen, die wieder eine Beschäftigung nachgehen können, eine Familie gründen: Menschen, die das ihnen zustehende Lebensglück spüren.

Dank euch, liebe Spenderinnen und Spender war es im Jahr 2016 möglich vielen Menschen im Rahmen unserer Programme zu helfen. Wie die Rose von Jericho, die schnell erblüht, sehe ich diese Menschenleben, die schnell und unbürokratisch gerettet werden als gutes Omen für die Zukunft. Wir freuen uns, wenn Sie im Jahr 2017 erneut dabeibleiben.

Ich wünsche Ihnen eine gesegnete Weihnachtszeit, mit vielen Freuden, kleinen und grossen.

Isabelle Hug