Bildung und Gleichberechtigung der Frauen

Indien ist punkto Bildung und Gleichberechtigung der Frauen im Hintertreffen.

Von 188 Ländern stand Indien im Jahr 2015 auf Platz 130 des Index des menschlichen Entwicklungsstandes (Human Development Index); ein Jahr zuvor nahm das Land noch den 135. Rang ein.  Eine Erhöhung der Lebenserwartung und des Bruttonationaleinkommens haben vor allem zu dieser Verbesserung geführt. Hingegen stagniert Indien bei der Bildung, der Stärkung der Frauen und bei der Armutsbekämpfung.

Der Index des menschlichen Entwicklungsstandes bewertet drei grundlegende Entwicklungsbereiche: die Lebenserwartung, den Zugang zu Wissen und den Lebensstandard. In Indien erhöhte sich die Lebenserwartung von 53.9 Jahren im Jahr 1980 auf 67.6 Jahre im Jahr 2013 und 68 Jahre im Jahr 2014. Das Pro-Kopf-Bruttonationaleinkommen betrug $ 1‘255 im Jahr 1980 und stieg auf $ 5‘180 im Jahr 2013 und weiter auf $ 5‘497 im Jahr 2014. Gemäss Bericht des Entwicklungsprogramms der vereinten Nationen (United Nations Development Programme, UNDP) stagniert die Schulbildung seit dem Jahr 2010 mit einer durchschnittlichen Anzahl Schuljahre von 5.4. In Indien sind über die Hälfte der Erwerbstätigen sogenannte Working Poor, wenn man die internationale Armutsgrenze von $ 2 pro Tag zu Grunde legt. Die Gleichberechtigung der Geschlechter ist in Indien weiterhin nicht gewährleistet. Die hauptsächlich von Frauen verrichtete unbezahlte Arbeit macht schätzungsweise 39% des Bruttoinlandprodukts aus. Der Anteil der Frauen an der berufstätigen Bevölkerung sank sogar von 35% im Jahr 1990 auf 27% im Jahr 2013. In 38 Ländern der Welt, darunter Indien, Pakistan, Mexico und Uganda, besitzen 80% der Frauen kein Bankkonto.  Im Vergleich dazu verfügen in Japan und Südkorea über 90% der Frauen über ein Konto. Der Index für geschlechtsspezifische Ungleichheit (Gender Inequality Index) reflektiert geschlechterbezogene Ungleichheit  in drei Bereichen: reproduktive Gesundheit, Beteiligung an politischer und wirtschaftlicher Macht und ökonomische Aktivitäten. Bei diesem Index liegt Indien von 155 Ländern auf Platz 130. In Indien sind 12.2% der Parlamentssitze von Frauen belegt und 27% der Frauen haben eine weiterführende Schulbildung, bei Männern sind es 56.6%. Die Müttersterblichkeitsrate (Sterblichkeit während der Schwangerschaft oder Geburt) beträgt 190 pro 100‘000 Lebendgeburten (Schweiz: 6 pro 100‘000 Lebendgeburten).

Bei Calcutta Rescue ist die Situation eine andere, denn die Gleichberechtigung der Geschlechter wird stark gefördert. Von den Angestellten sind 62 weiblich und 70 männlich und im Governing Council („Verwaltungsrat“) sind 4 der 9 Mitglieder Frauen.