Als Pflegefachfrau in Kolkata – Rebecca Egli erzählt

Unterwegs in Kolkata gab es täglich schöne Begegnungen – Foto R.Egli

Als Pflegefachfrau in Kolkata – Rebecca Egli erzählt.
Meine Zeit mit Calcutta Rescue

Von August bis Ende Oktober 2018 war ich als Volontärin bei Calcutta Rescue im Einsatz. Ich arbeitete während neun Jahren auf einer Intensivstation und brauchte eine Auszeit. Indien kannte ich bereits von meinen Reisen. In Kolkata war ich letztes Jahr das erste Mal. So war ich auf einiges gefasst. Ich wurde zur Mitarbeit in zwei Kliniken und im Strassenmedizin-Programm eingeteilt.

Szene aus dem Alltag in Kolkata – Foto R.Egli

Meine Aufgabe bestand darin, die Mitarbeitenden mit Tipps und Tricks  zu unterstützen. Die hygienischen Verhältnisse in der Nimtala-Klinik, wo sehr viele Wundversorgungen durchgeführt werden, war für mich die grösste Herausforderung. Nur ein Gitter trennt die Klinik auf einer Seite von der staubigen Strasse. Platz gibt es wenig. In der Mitte steht ein grosser Ventilator. Täglich kommen ca. 15-20 Patientinnen und Patienten zum Verbandwechsel. Einige erscheinen täglich und das seit Monaten. Sie warten mit ihren offenen Wunden, um den Arzt zu sehen, welcher jeweils verordnet, wie und mit welcher Antibiotikacreme der Verband angelegt werden soll.

Rebecca schult das Strassenmedizin-Team mit einem neuen Diagnose-Geräte – Foto. CRK

Die Stimmung in der Klinik ist gut, es wird gelacht und die Kranken werden respektvoll behandelt. Am meisten Respekt hatte ich vor den zwei Teams des Strassenmedizin-Programms. Sie fahren an sechs Tagen pro Woche in 25 verschiedene Slums, egal ob in der Regenzeit oder in der Trockenzeit bei brütender Hitze. Die Fahrt in die Slums durch lauten und chaotischen  Strassen von Kolkata dauert oft über eine Stunde.

Unterwegs in Liluah Bagar mit dem Strassenmedizin-Team – Foto CRK

Meine Zeit bei Calcutta Rescue war eine unvergessliche Erfahrung. Ich werde immer daran zurückdenken mit einem riesigen Lachen im Gesicht. Calcutta Rescue leistet geniale Arbeit und hilft den wirklich Armen der Armen.

Kinder sind immer für einen kleinen Spass zu haben – Foto R.Egli